Notverkauf: Kirchenorgel-Rarität mit 9 Registern

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Gesamtansicht hier, viele weitere Bilder in der Galerie (unten)

Diese Orgel ist in vielfacher Hinsicht eine Besonderheit. Im Jahr 1959 von der Orgelbaufirma Friedrich Weißenborn errichtet, ersetzte sie ein 1928 aus dem Spandauer Lehrerseminar übernommenes Instrument der renommierten Orgelbaufirma Dinse, für das die Gartenstadtkirche Staaken bereits der dritte Standort gewesen war. Die Orgel wurde wohl als nicht mehr sanierbar angesehen.
Die heutige Orgel der Gartenstadtkirche ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zweier Orgelenthusiasten, Herbert Schulze (1895-1985), Organist und Orgelsachverständiger in Berlin, Mitarbeiter von Karl Straube und engagierter Theoretiker zu allen Fragen der Orgel und Orgelmusik, und Karl Theodor Kühn (1908-nach 1970), Wissenschaftler mit Spezialgebiet Technische Akustik, der 1939 über Klangfarbe und Wirbelform bei der Lippenpfeife promoviert hatte und ab 1936 mit Schulze neue Orgelprojekte bearbeitete. Dritter im Bunde sollte der erfahrene Orgelbauer Friedrich Weißenborn (1907-1991) aus Braunschweig sein.
Man kann sich vorstellen, dass die Zusammenarbeit zwischen Weißenborn und den Theoretikern nicht ohne Konflikte abging - Streitigkeiten um Mensuren und sonstige orgelbauliche Fragen - belegt durch zahlreiche erhaltene historische Dokumente.
Vermutlich deshalb wurde die Intonation der fertiggestellten Orgel von Weißenborn auch nie abgeschlossen.
Jedenfalls ist das Ergebnis eine großzügig dimensionierte Orgel mit - warum auch immer - nur einem Manual (Contra-F bis d4, in Bass und Diskant geteilt), aber 9 Registern (im Einzelnen sind auf Bass und Diskant verteilt sogar 13 verschiedene Register vorhanden), zwei Schwelltritten für Diskant und Pedal sowie verschließbaren Türen zur weiteren Dämpfung der Teilwerke.
Leider ist das opulente und 'sehr sorgfältig gearbeitete' Orgelwerk für die winzige Kirche viel zu groß mensuriert und dimensioniert, wobei man den beiden Theoretikern zugute halten muss, dass in ihren Unterlagen von einer späteren Erweiterung des Gotteshauses die Rede ist. So ist es vor allem im Gottesdienst praktisch unmöglich, die schönen Register tatsächlich zu nutzen.
Eine kurzfristig sich bietende Gelegenheit, die Orgel durch ein kleineres gebrauchtes Instrument zu ersetzen, führte nun zum Entschluss, die Weißenborn-Orgel abzugeben - auch um Eingriffe an der an sich harmonischen Konstruktion, die durch fortlaufende Wartung und Pflege in einem technisch einwandfreien Zustand ist, zu vermeiden.

Wie so oft muss nun unter Zeitdruck versucht werden, einen neuen Platz für die Orgel zu finden, da die zum Einbau vorgesehene - ebenfalls ein gebrauchtes Werk - ihrerseits termingerecht ausgebaut werden muss. Findet sich keine neue Verwendung, droht diesem Kleinod die Vernichtung, worin auch der Grund für den eher symbolischen Preis liegt.
Die Orgel ist mit Ausnahme der 1999 von Schuke anstelle des ursprünglichen Krummhorns eingebauten Bassflöte unverändert - auch dies ein Grund, dem unbedingt erhaltenswerten Instrument, das einen 'intelligenten Spieler' mit 'Mannigfaltigkeit und Klarheit' (Schulze/Kühn) belohnt, ein neues Orgelleben zu ermöglichen!
Einen Eindruck von der Klangfülle des Instruments kann man anhand der überzeugenden Klangbeispiele (unten) gewinnen.

Die Orgel kann bis auf weiteres jederzeit nach Absprache besichtigt und probegespielt werden!

Disposition 

Bassseite;FF‑a°

Rohrflöte 8' (ab C)
Prinzipal 4' (ab C)
Gedackt 4'
Gemshorn 2'
Oktave 1'
Tertian 8/5'-8/6'
Mixtur 3fach

Pedal C‑g'

Subbass 16'
Bassflöte 8'
(bis 1999 Krummhorn 8')

Diskant b°–d''''    

Rohrflöte 8'
Prinzipal 4'
Gedackt 4'
Oktave 2'
Sesquialtera 8/3'-8/5'
Mixtur 4fach
Dulcianregal 16'


Koppeln:

I-Ped.

Tremolo
auf das ganze Werk


Mechanische Spiel- und Registertraktur, Schleiflade. Manualteilung bei a°/b°.
Windversorgung über eingebautes Gebläse. Tremulant auf das gesamte Werk wirkend.
Dämpfung der Manualwerke durch Schranktüren, Jalousieschweller für das Pedal.

Gehäuse und Prospekt: Gehäuse in Holzkonstruktion mit verschließbaren Türen, weiß gefasst. Gliederung durch Versprünge und vertikale Stäbe, im Unterteil mit Gitterfüllungen.
Spieltisch im Gehäuseunterteil eingebaut, mit Klappdeckel (gleichzeitig großflächiges Notenpult) verschließbar. Nussbaumfarbige Massivholz- und Furnierteile, gedrechselte Registerzüge mit gravierten Beschriftungsstreifen, Tremolo-Zug.
Untertasten weiß, Obertasten schwarz. Die nachträglich aufgeklebten Registeretiketten können im Zuge der Restaurierung des Spieltischbereichs leicht entfernt werden.
Unterteil mit doppelt geschweiftem Pedal in Massivholz, Koppeltritt und zwei Schwelltritten für Manual- und Pedalwerk.

Sitzbank mit lackiertem Fußteil und Massivholzsitzfläche.

Maße:
Höhe Mittelteil ca. 410 cm, Höhe Seitenteile ca. 325 cm,
Tiefe Hauptgehäuse ca. 195 cm; Gesamttiefe einschließlich Pedalklaviatur und Sitzbank ca. 295 cm,
Breite ca. 350 cm.

Bildergalerie mit vielen weiteren Aufnahmen

Klangbeispiele

Sonder-Verkaufspreis VB 3.900,-- Euro
(ohne Abbau und Transferierung)

Angebot für Abbau, Transferierung, Wiederaufbau mit Stimmung und Intonation gerne auf Anfrage!

Irrtum und Zwischenverkauf vorbehalten!

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